Tiermedizin studieren, und Berufung zum Beruf machen
Wer sich für den Studiengang der Tiermedizin entscheidet, hat einen langen und schwierigen Weg vor sich. Doch am Ende lohnt alle Mühe, verbindet sich im Berufsbild des Tierarztes doch die Tierliebe mit der Profession.
Das Studium der Tiermedizin ist eines der anspruchsvollsten und längsten. Voraussetzung ist die allgemeine Hochschulreife oder ein gleichwertiger Abschluss. Immer noch verlangt wird ein Numerus Clausus, der, obwohl von Jahr zu Jahr leicht variierend, grundsätzlich sehr hoch gesteckt ist (um die 1,2). Die Zulassung für das Studium der Tiermedizin erfordert daher auf jeden Fall einen überdurchschnittlich guten Abiturabschluss. Die Studienplatzvergabe erfolgt über die ZVS (ZVS = Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen). Dort müssen sich die am tiermedizinischen Studiengang Interessierten bewerben, und bekommen von der ZVS mitgeteilt, wo sie studieren können, und ob sie überhaupt für das tiermedizinische Studium zugelassen werden. Wartezeiten sind dabei durchaus keine Seltenheit, zumal gerade der Studiengang der Tiermedizin an lediglich fünf Universitäten, die sich über ganz Deutschland verteilen, angeboten wird (Hannover, München, Berlin, Gießen und Leipzig).
Ist die Hürde der Anmeldung genommen, kann das Studium begonnen werden. Geregelt ist die Ausbildung zum Tierarzt in der TAppo (Approbationsordnung für Tierärzte) die seit Novemer 1999 Anwendung findet. Die Studienzeit beträgt mindestens 11 Semester.
Die Ausbildung gliedert sich in zwei Hauptteile. Der wissenschaftlich-theoretische Teil nimmt hier, mit einer Dauer von viereinhalb Jahren, die längste Zeit in Anspruch. Danach folgt ein praktischer Studienteil, der in einer Tierarztpraxis, oder auch in einer Tierklinik, absolviert werden kann. Das Studium umfasst natürlich nicht nur alles, was mit Haustieren, wie Hunden, Katzen oder Kleintieren zu tun hat. Der Studierende muss sich mit der Landwirtschaft, deren Tierzucht und Tierhaltung ebenso auseinandersetzen, wie mit der Fleisch- und Schlachttieruntersuchung. Die Ausbildung zum Tierarzt beinhaltet zum einen eine Vorprüfung, die sich in zwei Abschnitte gliedert (Vorphysikum und Physikum). Zum anderen muss noch die tierärztliche Prüfung bestanden werden. Zu guter Letzt obliegt es jedem Tierarzt, zu approbieren, und durch diese Approbation seinen Doktortitel zu erwerben, oder lediglich als Arzt zu praktizieren.
Nach erfolgreich beendetem Studium kann sich der Tierarzt für eine Fachrichtung entscheiden, oder auch weitere praktische Erfahrungen sammeln. Letzteres bietet sich vor allem bei der Arbeit in einer Tierklinik an. Der Weg in die Selbständigkeit mit der Eröffnung einer eigenen Praxis ist eine weitere Möglichkeit, oftmals allerdings kurz nach dem Studium viel zu kostspielig. Eine andere Alternative zur Spezialisierung bietet der Bereich der landwirtschaftlichen Nutztiere. Landtierärzte sind gefragter denn je. Ein ständiger Bedarf an kompetenten Veterinären besteht auch in Zoologischen Anlagen. Hier ist der Tierarzt für die Behandlung der Großtiere zuständig.
Junge Menschen bringen oft sehr viel Idealismus mit in den tierärztlichen Beruf. Das ist auch gut so, bedeutet doch der Tierarztberuf den täglichen Umgang mit Lebewesen. Dennoch ist es nicht immer nur die heile Welt, in der der Arzt reihenweise Tiere rettet, und ihnen hilft zu gesunden. Es gilt leider auch oft, Grenzen zu erkennen und Entscheidungen über Leben und Tod zu treffen. Die Einschläferung eines unheilbar kranken, alten oder schwachen Tieres ist oftmals, auch für den Tierarzt, die letzte und barmherzigste Entscheidung.